Lumboischialgie – Behandlung

Lumboischialgie – Behandlung

Behandlung einer Lumboischialgie

Eine Lumboischialgie wird in der Regel zunächst im Rahmen einer symptomatischen Therapie konservativ behandelt. Eine solche symptomatische Therapie zielt auf eine Behandlung der Symptome einer Lumboischialgie, sprich eine Linderung der Schmerzen und Gefühlsstörungen in Rücken und Bein ab, und nicht auf eine Beseitigung der Ursache. Eine ursächliche Therapie, bei der zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall operativ behandelt wird, findet meist erst statt, wenn die symptomatische Therapie mit konservativen Behandlungsmethoden nicht mehr anschlägt.

Zur symptomatischen Therapie einer Lumboischialgie stehen verschiedene konservative Behandlungsansätze zur Auswahl, darunter insbesondere die medikamentöse Therapie, die Stufenlagerung, die Physiotherapie und das Rückentraining. In etwa 90 Prozent der Fälle verschwinden die für eine Lumboischialgie typischen Rückenbeinschmerzen mithilfe von Bettruhe und Schmerzmitteln innerhalb von sechs Wochen wieder.

Medikamentöse Behandlung einer Lumboischialgie

Die medikamentöse Therapie einer Lumboischialgie zielt darauf ab, die Rückenbeinschmerzen zu lindern, mögliche Nervenwurzelentzündungen und Entzündungen des Ischiasnerven zu hemmen und die verkrampfte Rückenmuskulatur zu entspannen. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol oder die sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika, kurz NSAR, sowie die sogenannten Muskelrelaxantien zur Entspannung der Rückenmuskulatur. Diese Medikamente können entweder in Form von Tabletten eingenommen oder vom Arzt in Form einer Spritze injiziert werden.

Stufenlagerung bei einer Lumboischialgie

Die sogenannte Stufenlagerung stellt eine hilfreiche Sofortmaßnahme dar, um die akuten Rückenbeinschmerzen bei einer Lumboischialgie zu lindern. Dabei legt sich der Patient entweder in Seitenlage mit rechtwinklig gebeugten Beinen oder in Rückenlage mit den Unterschenkeln auf einem Stuhl auf den Boden. Durch diese Stufenlagerung und die angewinkelten Beine werden der Ischiasnerv, der untere Rücken und die Rückenmuskulatur entlastet und so vorübergehend die Schmerzen einer Lumboischialgie gelindert.

Physiotherapie und Rückentraining bei einer Lumboischialgie

Mithilfe von Physiotherapie und Rückentraining können sowohl die akuten Schmerzen gelindert werden, als auch einem Wiederauftreten einer Lumboischialgie vorgebeugt werden. Das Ziel von Physiotherapie und Rückentraining ist es zum einen, den gereizten Ischiasnerv zu beruhigen. Zum anderen sollen die überlasteten Sehnen und Muskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule gestärkt und gekräftigt werden. Dies geschieht mit gezielten krankengymnastischen Streck- und Spannungsübungen der Rücken-, Bauch-, Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur. Zudem erlernen Betroffene im Rahmen von Krankengymnastik und Rückentraining, wie sie sich im Alltag, beispielsweise beim Sitzen und Heben, rückenfreundlich verhalten.

Operative Behandlung einer Lumboischialgie

Kann eine Lumboischialgie mit den genannten konservativen Therapiemaßnahmen nicht ausreichend behandelt werden, muss ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Lumboischialgie durch einen Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule verursacht wurde. Zu den operativen Maßnahmen, die dann zum Einsatz kommen, gehören unter anderem die endoskopische Bandscheiben-OP und die minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie.

Weitere Behandlungsmaßnahmen bei einer Lumboischialgie

Weitere mögliche Therapiemethoden, die bei einer Lumboischialgie zum Einsatz kommen können, sind unter anderem:

  • sanfte Massagen und warme Bäder
  • Akupunktur
  • Lokale Infiltrationen von lokalen Betäubungsmitteln und Kortison an die betroffenen Nervenwurzeln im Rahmen der sogenannten periradikulären Therapie (PRT)
  • Elektrotherapie mit verschiedenen Stromarten zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung