Wirbelsäulen-OP

Wirbelsäulen-OP

Eine Operation an der Wirbelsäule kann unter anderem bei Krankheitsbildern wie der Skoliose, dem Bandscheibenvorfall, der Spinalkanalstenose oder Wirbelgleiten notwendig werden. Grundsätzlich kann eine solche Wirbelsäulen-Operation entweder invasiv oder minimal-invasiv erfolgen.

Anatomie und Funktion der Wirbelsäule

Die menschliche Wirbelsäule wird als eine Einheit wahrgenommen, als das große Ganze in der Mitte des Körpers. Dabei setzt sich die Wirbelsäule aus ungefähr 57 Einzelteilen zusammen. Auch wenn nur 47 davon Bewegungen zulassen, ist das eine ganze Menge. Die vielen Einzelteile der Wirbelsäule bestehen aus den 24 beweglichen Wirbeln sowie Kreuz- und Steißbein, in dem jeweils fünf Wirbel im Laufe der Evolution verwachsen sind. Hinzu kommen 23 Bandscheiben.

Diese Funktionseinheiten erlauben der Wirbelsäule, sich in viele Richtungen zu bewegen. Die Wirbelsäule kann sich biegen und strecken, zur Seite beugen und auf allen Ebenen rotieren. Möglich macht die Bewegungen in alle Richtungen die Muskulatur, die rund um die Wirbelsäule angeordnet ist. Wird sie nicht gestärkt und flexibel gehalten, gehen der Wirbelsäule ihre Bewegungsfreiheiten verloren.

Jeder einzelne Wirbelkörper ist eine massive Baueinheit mit jeweils einem Dornfortsatz, der in Richtung Rücken zeigt, und zwei Querfortsätzen an den Seiten. Ein mittlerer Hohlraum in jedem Wirbelkörper ermöglicht später die Bildung des Wirbelkanals. Er verläuft in der Wirbelsäule. Sie entsteht durch das Aufeinanderreihen der einzelnen Wirbelkörper, die durch verschiedene straffe Bänder zusammengehalten werden. Obwohl der Aufbau der einzelnen beweglichen Wirbelkörper gleich ist, unterscheiden sie sich in Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule in ihrer Größe. Das Steiß- und Kreuzbein unterscheiden sich in ihrem Aufbau von den beweglichen Wirbeln. Sie sind zusammen gewachsen und daher keine beweglichen Wirbel mehr. Sie enthalten kein Rückenmark.

?Ich habe Rücken?, ist ein geflügelter Satz, der die unklaren Umstände um die Wirbelsäule tatsächlich am besten beschreibt. In dieser Äußerung wird deutlich, dass weder der Rücken, noch die Wirbelsäule als eine Einheit gesehen werden können. Das belegt eindeutig die Tatsache, dass die Wirbelsäule aus so vielen Einzelteilen zusammengesetzt ist. Zusätzlich erfüllt die Wirbelsäule unterschiedliche Aufgaben und schützt sehr wichtige Komponenten des menschlichen Körpers.

Durch das komplexe Aufeinanderreihen der Wirbel können statische Aufgaben erfüllt werden, wie etwa aufrechte Gang. Durch die zwei Beugungen der Wirbelsäule wird die Last des Kopfes bei jedem Schritt abgefedert. Gleichzeitig bilden Wirbelkörper und die straffen Bänder, die sie zusammen halten, den Wirbelkanal. Er beinhaltet das Rückenmark. Damit verläuft innerhalb der Wirbelsäule eines der wichtigsten Informationssysteme des menschlichen Körpers. Aus Gehirn und Rückenmark ergibt sich das zentrale Nervensystem (ZNS). Es macht Wirbelsäulen-Operationen so risikoreich.

Die Bandscheiben, die als Puffer zwischen den Wirbelkörpern liegen, um den Druck zu entlasten, sind aber anfällig für Verletzungen. Häufige Bandscheibenvorfälle müssen in einer Bandscheiben-OP entfernt werden. Damit ist die Wirbelsäule häufig von Wirbelsäulen-OPs betroffen.

Wann wird eine Wirbelsäulen-Operation notwendig?

Zahlreiche Krankheiten und die Alltagsumstände der heutigen Zeit machen Wirbelsäulen-OPs erforderlich. Tatsächliche Fehlbildungen des Skeletts sind meist selten und angeboren. Die Skoliose ist eine zusätzliche, meist seitliche, Krümmung der Wirbelsäule. Es können einzelne Wirbel verdreht sein, wodurch eine dreidimensionale Verformung entsteht.

Es gibt verschiedene Schweregrade der Skoliose, die zu unterschiedlichen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit führen. Die leichte Form benötigt meist keine Behandlung. Eine Physiotherapie kann helfen. Die mittelschwere Form der Skoliose wird durch das Tragen eines Stützkorsetts behandelt. Erst die schwere Form führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit. Es kommt zu Rückenschmerzen und oft können innere Organe von der Fehlstellung der Wirbelsäule betroffen sein. Wenn das der Fall ist, muss eine Wirbelsäulen-Operation in Betracht gezogen werden.

Operation der Wirbelsäule bei Skoliose

Die operative Behebung der Skoliose ist ein gravierender Eingriff. Bei dieser Wirbelsäulen-OP muss der versteifte und veränderte Wirbelsäulenabschnitt unter Vollnarkose entfernt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keine Nerven des Rückenmarks verletzt werden oder andere wichtige Strukturen. Im Anschluss daran werden in dieser Wirbelsäulen-OP künstliche Ersatzteile für die entnommenen Wirbelsäulenfragmente eingesetzt. Diese werden miteinander verbunden. Zusätzlich werden die Implantate in dieser Wirbelsäulen-Operation über Metallplatten und Schrauben mit der verbleibenden Wirbelsäule verbunden.

Im Anschluss an eine Wirbelsäulen-Operation der Skoliose muss der Betroffene ungefähr zwölf Wochen lang ein spezielles Stützkorsett tragen und im Bett verbleiben. Der Bewegungsapparat wird nach dieser Wirbelsäulen-OP ruhig gestellt. Nur so wird sichergestellt, dass sich Knochenfragmente um die eingebrachten Implantate bilden. Dadurch erhöht sich die Stabilität der operierten Wirbelsäule. Zusätzlich vermindert sich das Risiko, dass eines der Implantate verrutscht und eine erneute Wirbelsäulen-OP folgen muss.

Operation der Wirbelsäule bei Wirbelgleiten

Angezeigt ist eine Wirbelsäulen-OP auch bei dem Krankheitsbild des Wirbelgleitens. Häufig bleibt der verschobene Wirbel unbemerkt. Wenn das Wirbelgleiten Beschwerden verursacht, sind es neben den Rückenschmerzen häufig neurologische Ausfälle. Das bedeutet, dass Nerven durch den verschobenen Wirbel eingeklemmt sind. Es kann beispielsweise zu Taubheitsgefühlen in den Beinen kommen.

In einer Wirbelsäulen-OP wird der verschobene Wirbel mit Schrauben und Stäben an den Nachbarwirbeln fixiert. Damit diese nicht brechen, wird zusätzlich ein Gerüst aus Metall oder Kunststoff um den gleitenden Wirbel gesetzt. Die Wirbelsäule ist nach dieser Wirbelsäulen-Operation versteift. Um eine gute Heilung dieser Wirbelsäulen-OP zu garantieren, muss der Patient ungefähr drei Monate ein Stützkorsett tragen und gegebenenfalls im Bett verbleiben. Erst nach diesem Zeitraum kann das Korsett Stück für Stück entfernt und mit Physiotherapie begonnen werden.

Wirbelsäulen-OP der Bandscheiben

Weniger invasiv, aber deutlich häufiger sind die Wirbelsäulen-OPs der Bandscheiben. Im heutigen Alltag kommt es oft zu einer Fehlbelastung der Wirbelsäule, die zu einer Überbelastung der Bandscheiben führt. Diese fangen den auf ihnen lastenden Druck ab. Ist die umliegende Rückenmuskulatur durch mangelnde Bewegung geschwächt, sind die Bandscheiben überlastet. Konventionelle Therapien, aus Schmerzmitteln, Krankengymnastik und Massagen sollen helfen. Doch häufig führt diese Therapie nur zu einer kurzfristigen Linderung. Wegen der großen Schmerzen entscheiden sich viele Betroffene für eine Wirbelsäulen-OP an der Bandscheibe.

Dabei ist es wichtig, trotz der Schmerzen, eine geeignete Klinik und den Arzt mit dem richtigen OP-Verfahren zu finden. Mittlerweile können viele Bandscheiben-OPs minimal-invasiv durchgeführt werden. Diese Verfahren bieten viele Vorteile gegenüber den herkömmlichen Wirbelsäulen-OPs.

Auch die häufig auftretende Spinalkanalstenose, die Verengung des Wirbelkanals, kann in einer minimal-invasiven Wirbelsäulen-OP behoben werden. Obwohl auch die Stenose durch eine Fehlstellung der Wirbelsäule verursacht werden kann, muss eine große Wirbelsäulen-OP zur Behebung der Spinalkanalstenose nicht immer sein. Eine minimal-invasive Wirbelsäulen-OP ist zur Behebung einer Spinalkanalstenose eine gute Möglichkeit.

VORBEREITUNG – WIRBELSÄULEN-OP

Die Vorbereitung auf eine Wirbelsäulen-OP

Insbesondere die großen, also invasiven, Wirbelsäulen-OPs müssen unter Vollnarkose durchgeführt werden. Vor dieser sind einige Vorbereitungen zu treffen. Sowohl Ärzte, als auch die Pflegekräfte und der Patient selbst müssen einige Punkte berücksichtigen. Wobei der Patient vor seiner Wirbelsäulen-OP vom Pflegepersonal auf die zu beachtenden Punkte hingewiesen und erinnert wird.

Um eine gute und lückenlose Vorbereitung zu erreichen, wird der Patient spätestens am Tag vor der Operation der Wirbelsäule stationär, also im Krankenhaus, aufgenommen. Hier kümmert sich das Pflegepersonal darum, dass alle Anordnungen von dem Patienten befolgt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass er am Tag der Wirbelsäulen-OP nüchtern sein soll.

Außerdem bekommt der Patient gleich die entsprechende ?Kleidung? für die Operation an der Wirbelsäule bereit gestellt. Dazu gehören je nach Operationsstelle Thrombosestrümpfe, die eine mögliche Thrombose verhindern. Ein Kittel, der auf dem Weg zum OP viel verdeckt, aber nach der Anästhesie einfach durch das OP-Personal ausgezogen werden kann. Zusätzlich sollte der Patient vor und während seiner Wirbelsäulenversteifung eine Haube tragen. Diese garantiert höchstmögliche Reinlichkeit, weil alle Haare verdeckt und zusammen gehalten werden.

Meistens werden die weiblichen Patienten darauf hingewiesen, während der Wirbelsäulen-OP keinen Nagellack zu tragen. Besonders farbiger und dunkler Lack kann die Messwerte des Pulsoxymeters im OP-Saal stören. Dieses kann die Absorption des Lichtes messen und bestimmt anschließend den Sauerstoffgehalt des Blutes.

Die Voruntersuchungen vor der Operation an der Wirbelsäule

Die notwendigen Voruntersuchungen vor der Wirbelsäulen-OP werden in den meisten Fällen im Krankenhaus vorgenommen. Dazu gehört eine Blutentnahme für aktuelle Blutwerte, ein aktuelles Röntgenbild oder eine Untersuchung durch Magnetresonanztomographie. Letztere kann auch durch Voruntersuchungen ausreichen. Bei vielen Patienten wird zusätzlich ein EKG benötigt, damit die Herzkreislauffunktionen richtig eingeschätzt werden können und mögliche Risiken ausgeschlossen.

Ein Vorgespräch mit dem Narkosearzt am Tag vor der Wirbelsäulen-OP klärt den Patienten über mögliche Risiken auf. Zusätzlich wird der Arzt über Medikamente informiert, die der Patient einnimmt und nach Ermessen des Anästhesisten unter Umständen absetzen muss. Bei älteren Patienten spielen in erster Linie Blutverdünner eine entscheidende Rolle. Diese können auch während einer Wirbelsäulen-OP zu großen Komplikationen führen.

METHODEN – WIRBELSÄULEN-OP

Verschiedene Methoden einer Wirbelsäulen?OP

Heutzutage können bestimmte Operationen an der Wirbelsäule auch minimal-invasiv durchgeführt werden. Im Gegensatz zu den herkömmlichen und offenen Wirbelsäulen-OPs bieten die minimal-invasiven viele Vorteile. Diese Wirbelsäulen-OPs belasten das Herz-Kreislauf-System deutlich weniger. Zusätzlich schonen sie das umliegende Gewebe des Eingriffes und ergeben kleinere Narben. Dadurch ergibt sich eine schnellere und unkompliziertere Wundheilung.

Doch die minimal-invasiven-Verfahren können nicht bei jeder Wirbelsäulen-OP angewendet werden. Die Behebung einer umfangreichen und großen Problematik, erfordert natürlich ein entsprechendes Operationsfeld. Dies ermöglicht dem Chirurgen einen umfangreichen Überblick während der Wirbelsäulen-Operation. Besonders große und technisch sehr aufwändige Operationen an der Wirbelsäule machen einen invasiven Eingriff erforderlich.

Bei der Wirbelsäulen-OP einer Skoliose müssen große und viele Teile der Wirbelsäule aus dem Rücken entfernt werden. Zusätzlich muss ein möglicherweise langes und großes Stück Metall in den Rücken und an die Wirbelsäule eingebracht werden. Das Anbringen von Metall und Schrauben ist auch in der Operation einer Wirbelsäulenversteifung notwendig.

Insbesondere Wirbelsäulen-OPs bei denen der Verlauf und die Statik der Wirbelsäule verändert werden, machen einen invasiven Eingriff unumgänglich. Der Chirurg benötigt einen sehr guten Überblick und ein freies Operationsfeld um gut arbeiten zu können. Etwas anderes ist die Wirbelsäulen-OP des Bandscheibenvorfalls. Hier wird betroffenes Gewebe entfernt ohne die Statik der Wirbelsäule zu ändern. Das ist auch in einem minimal-invasiven Eingriff möglich. Der Bandscheibenvorfall an sich hat keine räumlich große Ausbreitung und kann mittels Endoskop und mikrochirurgischen Instrumenten entfernt werden.

Auch die Spinalkanalstenose kann durch eine minimal-invasive Wirbelsäulen-OP behoben werden. Diese Form der Wirbelsäulen-Operation nimmt in Deutschland immer mehr zu. Nichtsdestotrotz gibt es nur wenige Operateure und Fachärzte, die diese Verfahren sicher beherrschen und anwenden können. Denn auch die Kliniken, in denen solche Verfahren der Wirbelsäulen-OPs angewendet werden, benötigen spezielle Ausstattungen und Techniken, damit der Chirurg minimal-invasiv operieren kann. Die besondere Qualifikation und Erfahrung des Arztes ist unabdingbar.

Die Operation der Wirbelsäule

  • Die invasive Wirbelsäulen-Operation

Eine invasive Operation der Wirbelsäule ist notwendig, wenn die Verletzungen nicht minimal-invasiv-entfernt werden kann und wenn das zu operierende Gebiet weitläufig ist und der Operateur einen guten Blick über die gegebenen Umstände und die Statik der Wirbelsäule haben muss. Dann können größere Wirbelsäulenteile entfernt und Ersatzteile in den Rücken eingebracht werden.

Die Wirbelsäulen-Operationen bei Skoliose oder die Versteifung der Wirbelsäule bei Wirbelgleiten machen ein invasives Vorgehen erforderlich. Bei diesen offenen und invasiven Eingriffen ist eine Vollnarkose erforderlich. Dadurch kann das Herz-Kreislauf-System sehr gut überwacht werden. Mögliche Komplikationen werden dadurch auf dem Monitor sofort erkannt. Zusätzlich werden bestimmte Reflexe des Körpers und das Schmerzempfinden durch gezielte Medikamente ausgeschaltet.

Das ist bei Wirbelsäulen-OPs unter Vollnarkose absolut notwendig. Sie sind sehr eingreifend und beeinträchtigen die normalen Funktionen des Herz-Kreislaufs-Systems. Nichtsdestotrotz sind invasive Wirbelsäulen-OPs unabdingbar, um gewisse Krankheiten und Verletzungen korrigieren und beheben zu können.

Eine invasive Operation der Wirbelsäule ermöglicht es dem Operateur schwere Haltungsschäden zu korrigieren. Auch erhebliche Schmerzen können durch das Berichtigen von Fehlstellungen an der Wirbelsäule behoben werden. So werden auch betroffene Nerven wieder freigelegt. Diese invasiven Wirbelsäulen-OPs bieten vielen Betroffenen einer schweren Skoliose oder des Wirbelgleitens eine Verbesserung der Lebensqualität. Doch insbesondere bei Spinalkanalstenosen oder einem Bandscheibenvorfall eröffnet der medizinische Fortschritt neue Möglichkeiten und Verbesserungen für den Patienten.

Herkömmlicherweise muss der Bandscheibenvorfall unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dabei ist ein Zugang über den Hals oder Rücken noch heute üblich. Die Höhe des Bandscheibenvorfalls bestimmt den Ort des Einschnittes. Bei der sogenannten Disektomie wird die komplette Bandscheibe entfernt. Je nachdem in welchem Bereich der Bandscheibenvorfall sitzt, kann die Wirbelsäulen-OP an der Bandscheibe (Diskus) auf zwei Arten beendet werden.

Eine künstliche Bandscheibe wird eingesetzt oder der operierte Wirbelsäulenabschnitt wird versteift. Durch ein Schrauben- und Scheibensystem werden die Wirbelkörper, zwischen denen die entfernte (ektomierte) Bandscheibe lag, verbunden. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Neben den Vorteilen, die invasive Wirbelsäulen OPs für die betroffenen Patienten bieten können, sind zahlreiche Risiken ebenso gegenwärtig.

  • Die minimal-invasive Wirbelsäulen-Operation

Die minimal-invasiven Operationen bieten viele Vorteile und werden bereits in einigen Fachbereichen der Medizin wie Gynäkologie oder Viszeralchirurgie genutzt. Seit einigen Jahren sind auch die minimal-invasiven Operationen im Bereich der Wirbelsäule immer häufiger vertreten. Die Spinalkanalstenose oder ein Bandscheibenvorfall können sehr gut in minimal-invasiven Wirbelsäulen-OPs behandelt werden. Dabei sind die Nebenwirkungen der Opertion an der Wirbelsäule gering und die Heilungschancen sehr gut. Viele Rückenschmerzpatienten berichten von einer Schmerzfreiheit am Tag nach der Wirbelsäulen-OP.

Bei den minimal-invasiven Wirbelsäulen-OPs gibt es unterschiedliche Wege, die zu operierende Stelle zu erreichen. Abhängig von der Diagnose entscheidet der Facharzt, welcher minimal-invasive Eingriff am besten durchgeführt wird. Mit modernster Technik ist es sogar möglich, die Weitung einer Spinalkanalstenose unter Lokalanästhesie durchzuführen. Durch ein vorsichtig eingeführtes Endoskop, das als Kamera dient, kann der Arzt den zu operierenden Bereich einsehen und überblicken. Alle benötigten Instrumente werden durch kleine Kanäle im Endoskop in den zu operierenden Bereich eingeführt. Ein Laser zerstört gezielt die Einengung des Wirbelkanals und verschafft dem eingeengten Rückenmark mehr Platz.

Eine weitere Möglichkeit ist die minimal-invasive Wirbelsäulen-OP per Endoskop ohne Laser. Hier wird ebenfalls das Sichtfeld durch eine Kamera geschaffen. Das kleine Operationswerkzeug wird über das Endoskop in den zu operierenden Bereich eingeführt. Hier wird keine Lasertechnik angewendet, sondern beispielsweise der Bandscheibenvorfall mit Hilfe einer kleinen Zange aus der Wirbelsäule entfernt. Mögliche Wege sind hier über den vorderen Bereich der Wirbelsäule (bauchwärts) und das dort vorkommende Band, oder weniger invasiv über die Seite an der natürlicherweise eine kleine Eintrittsstelle vorkommt.

Als letzte Möglichkeit der minimal-invasiven Wirbelsäulen-OP bleibt die mikrochirurgische. Dabei betrachtet der Operateur sein OP-Feld und Arbeitsgebiet mittels einer stark vergrößernden Sehhilfe, um besonders kleine und feine Strukturen wahrnehmen zu können. Ursprünglich stammt diese Technik aus der Hand- und Kieferchirurgie. Die mikrochirurgischen Eingriffe ermöglichen das Erkennen und Behandeln von besonders feinen Strukturen.

Allen Techniken der minimal-invasiven Wirbelsäulen-OPs ist gemein, dass sie über einen oder mehrere kurze Hautschnitte durchgeführt werden können. Entsprechend kleiner sind die anschließenden Hautnarben und Verletzungen im innen liegenden Gewebe. Die Heilung verläuft schneller und mit weniger Komplikationen.

KOMPLIKATIONEN UND RISIKEN – WIRBELSÄULEN-OP

Welche Komplikationen und Risiken birgt eine Operation an der Wirbelsäule?

Die invasiven Formen einer Operation an der Wirbelsäule sind noch heute üblich. Dabei sind die Nachteile eindeutig. Das Narkoserisiko ist erhöht und die Narbenbildung verlangsamt. Zusätzlich kann es zu Verwachsungen und Problemen am Hautschnitt und im tief liegenden Gewebe kommen. Es besteht immer das Risiko, dass bei der invasiven Wirbelsäulen-OP Nerven verletzt werden oder es bei einer vollständigen Entfernung der Bandscheibe (Disektomie) zu einem Kollaps zwischen den Wirbelkörpern kommt.

Der Bandapparat kann den Druck nicht mehr halten. Die Wirbelkörper klappen um und können die geschützten Strukturen wie Rückenmark oder die Aorta einklemmen. Das kann zum Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems des Patienten oder sogar zum Tod führen.

Der Patient muss nach der invasiven Wirbelsäulen-OP oft lange Ruhezeiten aushalten. Zusätzlich können die Schmerzen weiter anhalten oder neue aufgetreten sein, die durch die Operation an der Wirbelsäule entstanden sind. Bei einer invasiven Wirbelsäulen-OP folgt häufig eine erschwerte Narbenbildung. Verletzungen durch die Wirbelsäulen-OP selbst oder ein Postdiskotomiesyndrom sind zusätzliche Risiken.

Bei den minimal-invasiven Methoden einer Wirbelsäulen-Operation bestehen solche Risiken nicht. Auch wenn nicht jedes Krankheitsbild minimal-invasiv operiert werden kann, sollte der Patient vor einer Wirbelsäulen-OP alle Möglichkeiten kennen und sorgfältig abwägen. Gerade im Bereich der minimal-invasiven Wirbelsäulen-OPs macht es Sinn, die Schmerzen einige Tage länger auszuhalten und sich nicht überstürzt an einen Arzt zu wenden. Die Techniken von Operationen an der Wirbelsäule unterscheiden sich stark von Klinik zu Klinik.

Gerade im Bereich von Spinalkanalstenosen oder Bandscheiben-Operationen macht es sehr viel Sinn, einen Arzt zu finden, der den Eingriff minimal-invasiv durchführen kann. Selbst dabei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen: Die Schlüssellochchirurgie oder den endoskopischen Wirbelsäuleneingriff. Mittlerweile kann eine minimal-invasive Operation an einer Spinalkanalstenose sogar nur unter einer lokalen Anästhesie durchgeführt werden. Dabei ist der Patient wach und nur das zu operierende Gebiet wird betäubt.

Heilungschancen nach einer Wirbelsäulen-OP

Natürlich haben die minimal-invasiven Techniken der Wirbelsäulen-OPs bessere Heilungschancen als die invasiven und herkömmlichen Operationen an der Wirbelsäule. Allerdings hängen diese von der ursprünglichen Erkrankung ab. Nicht jedes Problem kann in einer minimal-invasiv Wirbelsäulen-OP behoben werden.

Doch insbesondere für Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenosen sollte ein Arzt gesucht werden, der diese Operation an der Wirbelsäule minimal-invasiv durchführt. Denn das ist heutzutage möglich und die Heilungschancen sind deutlich besser, als bei invasiven Wirbelsäuleneingriffen an einem Bandscheibenvorfall oder der Spinalkanalstenose. Da nur ein oder wenige kurze Hautschnitte gesetzt werden müssen, verläuft die Narbenbildung erheblich schneller und unauffälliger. Das Risiko schmerzhafte Verwachsungen zu bekommen, verringert sich deutlich.

Die minimal-invasive Wirbelsäulen-OP verletzt weniger Gewebe. Durch einen kurzen Hautschnitt muss nur ein Instrument mit geringem Durchmesser eingeführt werden. So kann das betroffene Gebiet schonend aber effektiv operiert werden. Die Nähte, die abschließend im Gewebe und als Hautnaht gesetzt werden, sind kurz und verheilen schnell. Hier müssen die üblichen Richtlinien zur Wundheilung beachtet werden. Doch abgesehen davon, verschafft eine minimal-invasive Wirbelsäulen-OP an der Bandscheibe oder der Verengung des Wirbelkanals häufig eine direkte Besserung der Beschwerden. Der Patient muss nicht lange stationär im Krankenhaus verbleiben und kann schnell seinem normalen Alltag nachgehen. Auch Sport kann bald wieder ausgeübt werden.

Doch auch die invasiven Wirbelsäule-OPs, die massive Einschränkungen, wie die Skoliose oder das Wirbelgleiten beheben, zeigen gute Aussichten auf Erfolg. Die vorhandenen Beschwerden können durch eine Wirbelsäulen-OP gelindert werden. Oft sind sie die einzige Möglichkeit, die bei einer Fehlstellung der Wirbelsäule Linderung verschafft. Natürlich braucht der Körper nach einem offenen Eingriff unter Vollnarkose mehr Zeit, um sich zu erholen. In den meisten Fällen ist auch eine konsequente Physiotherapie nötig, um die Mobilität nach und mit dem Eingriff zu verbessern.

Quellen:

  •  Die mikrochirurgische vs endoskopische Behandlung des lumbalen Bandscheibenvorfalls/ Orthopädie im Profil, 02/2010
  • PROMETHEUS LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2011
  • Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie, Nikolaus Wülker, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2010
  • http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/074-001_S2_Sozialmedizinische_Beurteilung_der_Leistungsfaehigkeit_bei_Bandscheiben-_und_bandscheibenassoziierten_Erkrankungen_09-2009_09-2014.pdf